Therapieverständnis

Therapie heißt meinem Verständnis nach:

  • Eine Wahl bekommen dort, wo zunächst der Zwang von Automatismen herrscht: „Es spielt sich immer wieder so ab, obwohl ich darunter leide“.
  • Aus „Es“ wird „Ich“: wo zunächst ein manchmal diffuses, manchmal befremdendes Erleben ist, entsteht durch die therapeutisch geleiteten Entdeckungen immer mehr Verständnis und Verantwortung für sich selbst und dadurch Wahlfreiheit.
  • Es gibt nichts Gutes, außer man tut es: Die meisten Therapeuten sind sich inzwischen einig darin, dass Erkenntnis zwar oft wichtig ist für eine therapeutische Veränderung, aber noch nicht ausreichend. Deshalb werde ich Sie zu neuem Verhalten und damit neuen Erfahrungen ermutigen.
  • Wenn es leicht wäre, hätten Sie es schon gemacht:  Beim Ausprobieren neuen Verhaltens treten Hindernisse auf. Sie sind nicht etwa ein Zeichen von Versagen, sondern von Fortschritt, denn wenn ich an meinen Ketten rüttele, dann spüre ich sie.
  • Nicht mit der Brechstange – Hindernisse sind Wegweiser: Wenn wir genauer hinsehen, verstecken sich in den lästigen Hindernissen wichtige Hinweise. Ich werde Sie dabei unterstützen, sie zu entschlüsseln, denn ich bin davon überzeugt – je mehr Erfahrungen ich sammle, umso mehr – , dass jedes auf den ersten Blick auch noch so schräge Verhalten gute Gründe hat. Erst wenn diese gewürdigt und ggf. anders umgesetzt werden, können Hindernisse nachhaltig überwunden oder beharrlich umschifft werden.
  • Veränderungen geschehen auf paradoxe Art und Weise: Je mehr ich an mir zerre und ziehe, umso mehr verharre ich in der ängstlichen oder trotzigen Verteidigung des status quo, selbst wenn ich an ihm leide. Wenn ich mich so sein lasse, wie ich zutiefst bin, erwächst mir die Kraft zu ungeahnter Veränderung – auch in dem Sinne ungeahnt, dass sie vielleicht ganz anders ausfällt als ich sie geplant und erdacht hatte.
  • Transparenz: Sie können mich jederzeit fragen, warum ich etwas tue oder nicht tue. Ich werde auch von mir aus darüber sprechen. Je größer unser gemeinsames Verständnis dessen ist, was wir tun, umso vertrauensvoller wird die Reise. Das führt dazu, dass Sie sie auch an schwierigen Wegstrecken leichter durchhalten können.
  • Ressourcen- und Lösungsorientierung: Menschen haben viel mehr Kompetenzen und Möglichkeiten, mit Problemen umzugehen und Ziele zu erreichen, als sie sich vor allem in leidvollen Zeiten selbst zutrauen. Wir forschen beharrlich, um den Zugang zu Ihren vielfältigen Kompetenzen (wieder) herzustellen und ggf. neue Fähigkeiten auf- bzw. auszubauen.
  • Das Bemühen um eine verständnisvolle und wertschätzende Begegnung mit den Menschen, die zu mir kommen: Da ich auch ein Mensch bin, brauche ich dafür manchmal auch Ihre Hilfe, indem Sie mir mitteilen, falls Sie das hier oder dort einmal nicht spüren sollten. Oft erwächst dadurch ein tiefes und festes Bündnis für unsere gemeinsame Arbeit. Die Therapieforschung hat gezeigt, dass eine solche therapeutische Beziehung einer der größten Garanten dafür ist, dass Sie dort ankommen, wo Sie hin wollen.

Ich orientiere mich in meiner Arbeit, entsprechend meiner Approbation, an den Methoden der Verhaltenstherapie. Die Psychotherapieforschung der letzten Jahre macht jedoch immer deutlicher, dass Psychotherapie meist dann am hilfreichsten ist, wenn Methoden aus verschiedenen Ansätzen abgestimmt auf die jeweilige Person sinnvoll miteinander kombiniert werden. In diesem Sinne fließen entsprechend meinen Fortbildungen neben der Gestalttherapie auch systemisch-lösungsorientierte, hypnotherapeutische, traumatherapeutische und gesprächspsychotherapeutische Methoden in meine Arbeit mit ein.